Tangentiale An- und Abwahl (G05) der WRK

Bei der direkten An-/Abwahl der WRK entsteht in aller Regel ein Knick in der Bahnkontur bei Bearbeitungsbeginn. Bei Winkeln größer 180° wird zudem die Kontur des auf die Anwahl folgenden und des vor der Abwahl liegenden Satzes verletzt.

Zur Vermeidung dieser Konturverletzungen bei direkter An-/Abwahl, sowie zur Verringerung des auftretenden Ruckes an Knickpunkten auf der Trajektorie, dient das tangentiale Ein- und Ausfahren.

G05 muss in Verbindung mit G40, G41, G42 im gleichen Satz programmiert werden. Daraus wird abgeleitet, ob ein tangentialer Übergang am Anfang oder am Ende der Kontur stattfinden soll.

Vom aktuellen Standpunkt aus wird das nächste Konturelement G01, G02,... tangential im Kreis mit programmiertem Vorschub angefahren; ggf. muss eine Vorschubanpassung mit G10/G11 erfolgen.

G05 in Verbindung mit G41 oder G42 bewirkt ein tangentiales Einfahren am Konturanfang, G05 mit G40 bei aktivem G41/G42 ein tangentiales Ausfahren am Konturende. Damit wird der An-/Abwahlsatz in einen Zirkularsatz umgewandelt.

Die Bewegungssätze, die durch die G05-Funktion bei der An- und Abwahl der WRK ausgelöst werden, sind auf den Abbildungen auf den beiden folgenden Seiten verdeutlicht. Insgesamt werden vier Verläufe dargestellt, die sich bei gleicher Programmierung durch unterschiedliche Startpunkte (P1, P1') ergeben.

Tangentiale Anwahl:

Der Anwahlpunkt (AnP) wird wie bei der konventionellen direkten Anwahl berechnet. Anhand der Orientierung des ersten angewählten Satzes und der Lage des Startpunktes wird die Drehrichtung des Zirkularanwahlsatzes festgelegt. Der Kreismittelpunkt (MP) ergibt sich aus dem Schnittpunkt der Mittelsenkrechten vom Startpunkt (P1 bzw. P1') und Anwahlpunkt (AnP) und der Geraden Startpunkt des Anwahlsatzes (P2) – Anwahlpunkt (AnP).

Tangentiale Abwahl:

Der letzte korrigierte Endpunkt (AbP), im Folgenden letzter Anwahlpunkt genannt, wird wie bei der konventionellen direkten Abwahl berechnet. Anhand der Orientierung des letzten angewählten Satzes und der Lage des Abwahlpunktes (P4 bzw. P4') wird die Drehrichtung des Zirkularabwahlsatzes festgelegt. Der Kreismittelpunkt ergibt sich aus dem Schnittpunkt der Mittelsenkrechten der Verbindungslinie des letzten Anwahlpunktes (AbP) und des Abwahlpunktes (P4 bzw. P4') und der Geraden letzter Anwahlpunkt (AbP) – letzter vor der Abwahl programmierter Punkt (P3).

Tangentiale An- und Abwahl der WRK
Abb.: Tangentiale An- und Abwahl der WRK
Tangentiale An- und Abwahl der WRK
Abb.: Tangentiale An- und Abwahl der WRK