Das Kantenstoßen (G108)

Die Kantenstoßfunktion wird bei der Holzbearbeitung zum exakten Stoßverleimen von Furnierkanten benötigt. Beim Aufleimen einer Furnierleiste kann die Position des Kantenanfangs von Werkstück zu Werkstück ggf. um einige mm verschieden sein. Somit ist das Abschneiden der Furnierleiste an einer Position ungleich einer NC-Satz-Grenze erforderlich. Es handelt sich hierbei um ein zweidimensionales Problem in der XY-Ebene, wobei lineare und zirkulare Bewegungen erlaubt sind.

Der Beginn der Furnierleiste wird messtechnisch durch einen vorauseilenden Taster erfasst (siehe Abbildung unten). Die Position für ein exaktes Abschneiden der Furnierleiste muss aus den Messwerten bestimmt werden.

Es muss folgendes Verhalten erzielt werden:

Nach dem Überfahren des Messtasters wird im Interpolator ein festgelegter Restweg ausgegeben. Anschließend wird gewartet, bis alle Achsen im Regelfenster sind. Daraufhin wird eine M-Funktion vom Synchronisationstyp MNE_SNS (P-CHAN-00027) an die SPS-Schnittstelle weitergegeben, die das Abschneiden der Furnierleiste bewirkt. Nach der Quittierung erfolgt die Fortsetzung der Interpolation bis zum programmierten Zielpunkt. Es darf nur eine MNE_SNS-Funktion aktiv sein, d.h. mehrfache Programmierung in einem Satz ist nicht zulässig. Die MNE_SNS-Funktion kann jedoch mit M-Funktionen anderer Synchronisationarten in einem Satz programmiert werden.

Aufleimen einer Furnierleiste
Abb.: Aufleimen einer Furnierleiste

G108                                                          Kantenstoßen                                                           (modal)

Die Anwahl des Kantenstoßen erfolgt über G108 und ist haltend wirksam. Abhängig von der Parametrierung im Kanalparametersatz P-CHAN-00029 sind die im Folgenden beschriebenen 2 Verfahren möglich.

Hinweis

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Für den Sonderfall, dass nur eine CNC Achse bewegt wird, ist G108 auch ohne Hauptachsbewegung zulässig. In diesem Fall darf in einer der Mitschleppachsen gemessen werden.