Die Müller Weingarten AG gehört seit April 2007 zur Schuler AG und war bis dahin selbständiger Hersteller von Mechanischen und Hydraulischen Pressen. 

Simulation von Pressen, Schiebetischen und Fördereinrichtungen
Steuerungen für komplexe Anlagen mit Pressen, Schiebetischen und Fördereinrichtungen müssen eine große Anzahl möglicher  Störsituationen sicher erkennen und beherrschen. Dazu verfügen solche Anlagen über eine Vielzahl an Sensoren, die Prozesszustände erkennen und den PLC-Steuerungen mitteilen. Der überaus größte Teil der Programme dieser Steuerungen dient der Sensorsignalverarbeitung, der primären Fehlerreaktion und zur Rückkehr in den ungestörten Betrieb.

Oft werden diese PLC-Funktionen erst an der rea­len Anlage ent­wickelt, da ein kurzfristiger Zyklus von Entwicklung und Test von den Entwicklern bevorzugt wird und erst an der realen Anlage alle dazu notwendi­gen Ein- und Ausgängen  vorhan­den sind. Die Arbeit ist üblicherweise erschwert, da der Zugang zur Maschine wegen Parallelarbeiten an Maschine und Hydraulik oft nicht oder nur eingeschränkt möglich ist. So sind Inbetrieb­nah­mezeiten von mehreren Wochen zwangsläufig.

Die Fa. Müller-Weingarten hat deshalb ein Simulationsmodell einer konkret zur Auslieferung vorgesehenen Anlage mit ISG-virtuos realisiert. Die PLC-Software konnte vor Aufbau der Anlage entwickelt und in einer virtuellen Inbetriebnahme ge­tes­tet werden. Dazu wurden insbesondere Störsitua­tion im Modell in Ihren Wirkungen auf das Prozessabbild erfasst und auf "Knopfdruck" situationsabhängig und deterministisch stimuliert. Die Testsabläufe konnten damit beliebig oft (z.B. nach einer Programmänderung), ohne jegliches Risiko für die Anlage, ohne Wartezeiten an der Maschine und zudem am ergnomischen Arbeitsplatz der Entwickler ausgeführt werden. Ein Video im Download-Bereich zeigt die Entwicklung.

Die Inbetriebnahme bestätigte diese Vorgehensweise:

  • zur Inbetriebnahme besaßen die SPS-Programme einen seither unbekannten Reifegrad,
  • einige Störungsszenarien waren an der Maschine selbst gar nicht provozierbar,
  • die Inbetriebnahme war gegenüber Referenzprojekten um 4 Wochen verkürzt.
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